Das freundlichste Geisterhaus der Welt

von lehrertools am 2026-02-15

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Am Rand des Dorfes stand ein altes Geisterhaus.
Die Fensterläden klapperten im Wind, im Dach nisteten Krähen, und über der knarrenden Tür hing ein besonders großes Spinnennetz.
„Da spukt es!“, flüsterten die Dorfbewohner.
Und ja – es spukte tatsächlich.
Im obersten Stockwerk lebte der Geist Edmund von Eichenstein. Seit 247 Jahren schwebte er durch die Flure – höflich, ordentlich und ein kleines bisschen einsam.
Leider hatte Edmund ein Problem:
Er war schrecklich schlecht im Spuken.
Wenn er versuchte, unheimlich zu stöhnen, klang es wie ein verschlucktes Husten.
Wenn er Gegenstände schweben ließ, landeten sie meist sanft wieder auf dem Tisch.
Und wenn er Kerzen ausblasen wollte, pustete er sie manchmal versehentlich an.
Apropos Kerze: In dieser Nacht flackerte eine einzelne Kerze im Flur, weil Edmund übte, sie gruselig flackern zu lassen.
„Buuuu…“, versuchte er.
Die Kerze machte nur ein gemütliches Wupp.
Plötzlich polterte es vor der Tür.
Drei selbsternannte Geisterjäger standen davor – mit Taschenlampen, einem Messgerät und einem sehr optimistischen Staubsauger.
„Heute fangen wir das Gespenst!“, flüsterte der Anführer dramatisch.
Die Tür quietschte auf.
Edmund erschrak so sehr, dass er versehentlich das Spinnennetz im Flur durcheinanderwirbelte. Es landete wie ein Schleier auf dem Kopf eines Geisterjägers.
„Aaaah! Es greift an!“
Edmund wollte helfen – doch je hektischer er wurde, desto mehr Missgeschicke passierten. Türen klappten auf, Fenster knarrten, die Kerze flackerte wild.
Für die Geisterjäger wirkte es wie perfekter Spuk.
„Rückzug!“, rief einer panisch.
Mit viel Gepolter und wenig Würde rannten sie davon.
Stille kehrte ein.
Edmund schwebte in den Flur und betrachtete das Chaos.
„Oh je… das war gar nicht geplant.“
Doch draußen im Dorf erzählte man am nächsten Morgen ehrfürchtig von dem schrecklichsten Spuk aller Zeiten.
Und Edmund?
Er lächelte zufrieden.
Vielleicht war er doch besser im Spuken, als er dachte.
Seitdem flackert die Kerze im Geisterhaus jede Nacht ein kleines bisschen –
und wenn man ganz genau hinhört,
klingt das „Buuu“ eher wie ein freundliches
„Guten Abend“. 
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